06. September 2021

Ökumenischer Gottesdienst mit Tiersegnung fand in St. Wendel statt


Bellen, Gackern und Fiepen klingen durch die Gartenanlage hinter dem Evangelischen Gemeindehaus St. Wendel. Dorthin hatten die Evangelische Gesamtkirchengemeinde und die Pfarreiengemeinschaft St. Wendel Vierbeiner und ihre Herrchen und Frauchen zum Gottesdienst mit Tiersegnung eingeladen.

An die 40 menschliche und rund 30 tierische Gäste kamen zusammen, neben Hunden in allen Größen auch Hühner, Kaninchen und eine Schildkröte.

Pünktlich zum Beginn ließ sich die erhoffte Sonne blicken, extra bestellt von Religionslehrerin Nicole Stark, die den Gottesdienst zusammen mit Pfarrerin Christine Unrath und Kooperator Erwin Recktenwald gemeinsam leitete. Mit herzlichen Tönen aber durchaus auch manchen mahnenden Worten. „Gott hat den Menschen die Schöpfung anvertraut, auf dass wir sie hüten“, betonte Pastor Recktenwald von der Pfarreiengemeinschaft. Nicht immer würden aber die Menschen diesem Anspruch gerecht. Dies betreffe die Sorge um die Umwelt, aber auch die Verantwortung für Mensch und eben Tier.

Passend dazu war die Kollekte des Gottesdienstes bestimmt für den Gnadenhof in Stennweiler (Freeman Farm - Verein für Mensch und Tier e.V.), wo traumatisierte und verhaltensauffällige Tiere unterkommen können, die nicht vermittelbar sind. „Wir wollen zeigen, dass wir alle einen Platz haben in Gottes Haus“, sagte Pfarrerin Unrath von der evangelischen Kirchengemeinde. Es sei an den Menschen dazu beizutragen, dass sich alle Geschöpfe dort auch weiterhin wohlfühlten, wie man auch bei seinem eigenen Zuhause darauf achte, dass es dort schön sei.

Bereits zum siebten Mal wurde der Tiersegnungs-Gottesdienst in ökumenischer Verbundenheit gefeiert. Selbstverständlich ist das nicht. Denn eigentlich werden in der Evangelischen Kirche ausschließlich Menschen gesegnet. Aber Pfarrerin Unrath betont: „Tiere sind als Lebewesen ein besonderer Teil von Gottes Schöpfung.“ Vielfach würden Haustiere wie Familienmitglieder behandelt, für einige sind der treue Hund oder die geliebte Katze Ersatz für einen menschlichen Gefährten oder eine Gefährtin. „Tiere können dem Menschen helfen und eine Stütze für ihn sein“, findet auch ihr katholischer Kollege. Blindenhunde etwa oder Tiere, die in der Seelsorge oder Therapie eingesetzt werden.

Die Segenshandlung selbst führte Recktenwald aber dennoch alleine durch, bevor zum Abschluss ein ökumenischer Segen für alle Teilnehmenden auf und zwei und vier Beinen gespendet wurde – und darüber hinaus. „Meiner Katze wollte ich die Fahrt mit dem Auto nicht antun“, erklärt eine Besucherin am Ausgang. Kein Problem, sie werde den soeben empfangenen Segen dann zuhause an ihr Tier weitergeben.





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