27. August 2021

Leitende Geistliche der Evangelischen Kirchen aus dem Elsass und Lothringen im Saarland zu Gast


Die leitenden Geistlichen der Union Evangelischer Kirchen im Elsass und in Lothringen (Union des Églises protestantes d’Alsace et de Lorraine, UEPAL) haben auf ihrer Sommertour das Saarland besucht.

Einmal im Jahr kommen die Inspecteurs ecclésiatiques aus der Region für zwei Tage zum Austausch zusammen, stets verbunden mit einer Bildungsfahrt in die Umgebung. „Wir wollen etwas Neues entdecken und die Kontakte mit den Nachbarkirchen, mit denen wir befreundet sind, pflegen“, erklärt Christian Albecker, Präsident der UEPAL und Organisator. In diesem Jahr sei Saarbrücken eine Station der Exkursion gewesen, neben der Chagall-Ausstellung im Metzer Centre Pompidou sowie Trier mit dem Dom und der Konstantinbasilika.

Sieben lutherische und einen reformierten Kirchenbeamten konnten Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, Beauftragter der Evangelischen Kirchen im Rheinland und der Pfalz für das Saarland, und Ludwigskirchen-Pfarrer Dr. Thomas Bergholz begrüßen. Nach einer Führung durch das Wahrzeichen des Saarlands, die Ludwigskirche, standen Begegnung und Austausch auf dem Programm. Für Christian Albecker das Wichtigste an der Sommertour. „Mir ist es wichtig, dass wir die Fenster und Türen weit öffnen für eine noch engere Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn“, so Albecker.

Die Kirchen diesseits und jenseits der Grenze stünden vor ähnlichen Problemen, beispielsweise Mitgliederschwund, Pfarrermangel oder die Notwendigkeit für die Kirchengemeinden, sich von Gebäuden zu trennen.

Ein gelungenes Beispiel, wie eine Kooperation funktionieren kann, gebe es in Straßburg mit einer bilingualen Gemeinde rund um die „Chapelle de la Rencontre“, die Kapelle der Begegnung im Hafenviertel, die von einem deutschen Pfarrer und einer französischen Pfarrerin gemeinsam betreut wird. Für Albecker, der auch Präsident der Konferenz der Kirchen am Rhein ist, ein ermutigendes Zeichen für Europa.

Auch im Saarland stehen grenzüberschreitende Kooperationen an. „Die UEPAL wird sich mit einem Konsultationsprozess an dem Aufarbeitungsprojekt ‚Protestanten ohne Protest‘ beteiligen“, freut sich Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, der das Projekt für die Evangelische Kirche der Pfalz mitgestaltet. Ziel sei es, die Rolle der Kirchen zur Zeit des Nationalsozialismus kritisch zu reflektieren. In der Arbeitsgemeinschaft „Evangelisch-Saar-Lor-Lux“ gebe es regelmäßigen Austausch über Grenzen hinweg. „Ein gutes Verhältnis zu den französischen Nachbarn ist auch für die saarländischen Protestanten essenziell“, betont Hofmann.

 





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